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Transsibirische Eisenbahn
von Schmid, Gregor M. und Thöns, Bodo (Deutschland)
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Genre: |
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Sachbuch (Zeitgeschehen) |
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Stichwörter: |
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Transsib, Russland, Sibirien |
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Verlag: |
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Stürtz Verlag |
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ISBN: |
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978-3-8003-1675-5 |
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Format: |
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gebunden, Bildband, 224 S. mit 404 Abb. |
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Erscheinungsjahr: |
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2005 |
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Preis: |
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€ (D) 49,95 / € (A) 51,40 / sFr 79,00 |
Buchbesprechung »Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide.«
schreibt Goethe in »Wilhelm Meisters Lehrjahren«.
Man könnte meinen, er habe diesen Bildband vor sich gehabt.
Die »Transsib« ist wahrlich ein Mythos, und Mythen haben es so an sich, tief in das Gemüt zu treffen. Wer dieses unvergleichliche Fernweh hat, aber nicht die Möglichkeiten, kann träumen, vielleicht wird er auch trauern; wer sich den Traum schon erfüllen konnte, wird jubeln, träumen und in Vergangenem schwelgen; wer weiß, dass er es noch vor sich hat, möchte ungeduldig sofort die Koffer packen.
Auf jeden Fall ist »Transsibirische Eisenbahn« ein Bildband, der bewegt.
Gregor M. Schmid hat wieder einmal gezeigt, wie gut er sich in seine „Motive“, in sein Gegenüber, hineinfühlen kann. Nur so ist die ergreifende Wirkung seiner Bilder auf den Betrachter zu erklären.
Bodo Thöns hat mit seinem großen Wissen und seiner Liebe für Land und Leute die Erklärungen auf den Punkt gebracht und das Projekt zu einem harmonischen Ganzen werden lassen.
Das Copyright aller Bilder liegt bei Gregor M. Schmid.
Inhalt:


Eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein unvergleichliches Abenteuer im 21.Jahrhundert. Dieses Abenteuer begann am 19. Mai 1891 mit dem ersten Spatenstich durch den Thronfolger und späteren Zaren Nikolaj bei Wladiwostok. Bis zu 100 000 Arbeiter waren zeitgleich an der Verwirklichung dieses Mammutprojektes zwischen Tscheljabinsk im Ural und dem östlichen Ende am Pazifik beteiligt. Bereits am 1. Juli 1903 wurde die Strecke von Sankt Petersburg über Moskau durch den Ural bis Port Arthur in China und etwas später bis Wladiwostok in Betrieb genommen. Die durchgehende Elektrifizierung wurde erst am 25. Dezember 2002 abgeschlossen.
Heute verlässt jeden zweiten Tag der legendäre Zug den Jaroslawler Bahnhof in Moskau

und fährt unter anderem über Kirow, Perm, Ekaterinburg, Tjumen, Omsk, Novosibirsk,

Krasnojarsk, Irkutsk, Ulan Ude, Tschita, Chabarovsk auf über 9200 Kilometern bis Wladiwostok.

An die 90 Städte liegen an dem Verlauf der Strecke, die über 16 große Flüsse führt, und bei Kilometer 1777 mitten in der Taiga die mit einem Obelisken markierte Grenze zwischen Europa und Asien überquert. Entlang der Strecke faszinieren die Naturlandschaften, vom Ural über dem Baikalsee bis zum japanischen Meer, an den Stationen beeindrucken die reichen Kulturgüter, man begegnet fernen Völkern und Kulturen.

Oben: Ein Lenindenkmal vor einem der unzähligen ländlichen Bahnhofsgebäuden, die an der Strecke der Transsib liegen
Unten: Warten auf den nächsten Zug unter einem überdimensionalen Bild Lenins. Im Wartesaal von Galitsch scheint die Zeit stillzustehen.
Über 400 Bilder begleiten die Transsibirische Eisenbahn entlang ihrer Strecke von Moskau bis Wladiwostok und Peking. Specials berichten über die Anfangszeit der Bahn mit historischen Bildern, über berühmte Reisende mit ihren Erlebnissen und Eindrücken in Zitaten, über die verschiedenen Zugklassen vom Linienzug bis zum Luxussonderzug und die Möglichkeiten und Besonderheiten bei der Verköstigung während der Reise.
Der Autor:
Gregor M. Schmid, geboren in Augsburg, war nach einer grafischen Ausbildung als Kunsterzieher tätig. Als freiberuflicher künstlerischer Fotograf hat er bereits eine Vielzahl von Bildbänden veröffentlicht sowie Beiträge zu internationalen Zeitschriften und Magazinen. Mehrere Ausstellungen im In- und Ausland.
Bodo Thöns wurde 1959 geboren und war mehrere Jahre für eine deutsche Bank in Russland tätig. Auf seinen Reisen entdeckte er seine Faszination für das Land jenseits des Ural. Er gilt als ausgewiesener Spezialist für das Thema Transsibirische Eisenbahn.
Bemerkungen:
Weitere Werke des Autors, vom Büchervielfraß vorgestellt:
Die Wolga
Die Mongolei
Petersburger Zarenschlösser
Alle Veröffentlichungen von Gregor M. Schmid, gelistet in der Deutschen Nationalbibliothek
Alle Veröffentlichungen von Bodo Thöns, gelistet in der Deutschen Nationalbibliothek
Leseprobe:
MYTHOS TRANSSIBIRISCHE EISENBAHN
Die Transsibirische Eisenbahn bietet mehr als eine Bahnreise: Mit Europa und Asien erlebt man zwei Kontinente in einem Zug. Man durchfährt das größte Land der Erde von West nach Ost oder umgekehrt.

Mit Russland und China sowie gegebenenfalls der Mongolei erfährt (sich) der Reisende einen Einblick in zwei beziehungsweise drei faszinierende und sehr unterschiedliche Länder und Kulturen. Wer Russland verstehen will, muss die Vorzüge und Nachteile seiner Dimensionen begreifen. Eine Reise mit der Transsib ist dabei die wohl faszinierendste Möglichkeit, Russland zu erleben. Obwohl der Zug im Expresstempo Längengrad um Längengrad kreuzt und sieben Zeitzonen durchstreift, vermittelt er dem Reisenden doch über Stunden und Tage eine zeitlose Langsamkeit. Der eigene Bewegungsradius ist im überschaubaren Abteil, im zugewiesenen Waggon des gewählten Zuges doch recht eingeschränkt. Der Wechsel der Landschaften, der sich verlierende, gewohnte Rhythmus des Tages führt unweigerlich dazu, dass man dabei auch sich selbst erfährt. Wann hat man sonst schon die Gelegenheit, sich so ausgedehnt mit seiner neuen, begrenzten Umgebung oder mit sich selbst zu beschäftigen. Der Blick aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden Dörfer und Städte bietet die Weite. Doch nicht weniger interessant ist die Nähe. Die gleichgesinnten Reisegefährten sowie die im herzlichen Russland gesuchten oder unvermeidlichen Zufallsbekanntschaften unter den Passagieren bieten im beengten Raum bei unbegrenzt scheinender Zeit die Möglichkeit, dem geheimnisvollen Osten etwas genauer auf den Grund zu gehen.
Die weltweit längste Eisenbahnstrecke
Wer sich für eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn interessiert, kann sich heute hinsichtlich Strecke, Dauer, Komfort und Stopps genau die Dosis Transsib verordnen, die ihm zusagt. Der Favorit ist Moskau-Beijing, wobei die kürzere Route durch die Mongolei mehr Reisende anlockt als die Tour auf der deutlich längeren Eisenbahnstrecke durch die Mandschurei. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich die rein russischen Touren bis nach Wladiwostok beziehungsweise bis nach Irkutsk mit einer Verlängerung am Baikalsee.

Die reine Bahnfahrt mit der Transsib kann beispielsweise zwischen 50 Stunden für die Fahrt von Moskau bis nach Nowosibirsk, 80 Stunden bis nach Irkutsk, 132 beziehungsweise 140 Stunden bis nach Beijing oder 125 Stunden bis nach Wladiwostok variieren. Die nächste Option sind die Anzahl und die Länge der Zwischenstopps während der Reise. Die Bilder und Kurzporträts der wichtigsten Städte entlang des Schienenstranges sind hier vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe. Den meisten Komfort bieten ohne Zweifel die speziell auf ausländische Reisegruppen zugeschnittenen touristischen Sonderzüge. »Rus« oder »Eurasien-Express« wurde in das Metall der Seitenwände gestanzt. Man reist in den Salonwagen der ehemaligen sowjetischen Politnomenklatura, sogar Waggons des alt-ehrwürdigen Orient-Expresses kommen sporadisch zum Zuge. Im Regelzugverkehr Russlands fahren auf den Intercity-Strecken nur Schlafwagen. In China sind bei Fahrzeiten bis zu zwölf Stunden auch Doppelstock-Intercity-Züge mit Sitzplätzen im Einsatz. Bei den Schlafwagen teilen sich in ersten, »weichen« Klasse stets zwei Personen ein Abteil. In der am weitesten verbreiteten Standartkategorie (»Coupé-Klasse«) kommen pro Abteil vier Personen in zwei Doppelstockbetten unter. In der preiswertesten und selten von ausländischen Touristen frequentierten Liegewagenkategorie muss man ohne die Trennwände zwischen den Abteilen auskommen.

Gewaltige Dimensionen
Die Transsibirische Eisenbahn ist weltweiter Mythos. Aber so wie der Prophet häufig im eigenen Land wenig gilt, ist der Mythos und der Kult dieses gigantische Eisenbahnabenteuer im Ausland sehr viel ausgeprägter als im Inland. Nur wenige Russen träumen von einer Zugreise von Moskau nach Wladiwostok und viele schütteln über die Begeisterung des Ausländers nur den Kopf. In China und der Mongolei ist das Phänomen Transsib erst recht kein Thema, da man es zuallererst mit Russland assoziiert und sich als Touristenziel über andere Sehenswürdigkeiten definiert.
Ein Zug ist ein Zug, und warum sollte man sich das eine Woche lang antun, wenn man die Strecke mit dem Flugzeug an einem Tag zurücklegen kann. Die Dimensionen des eigenen Landes mit allen Vor- und Nachteilen überraschen in Russland niemanden und selten ist der Weg das Ziel. Ganz anders im Ausland, wo heute viele davon träumen, mit der Transsib diese Dimensionen sowie die so lange hinter dem eisernen Vorhang des Kalten Krieges versteckten Kulturen im Osten einmal zu erfahren. Das Phänomen Transsib reizte bekannte und weniger bekannte Weltenbummler in allen Zeiten seiner über 100-jährigen Geschichte. Viele begeisterte Reisende haben ihre Impressionen zu Papier gebracht. Sie kommen aus aller Herren Länder, Russen findet man allerdings nicht darunter. Aber einige solcher Eindrücke und Momentaufnahmen - unter anderem von dem Maler Emil Nolde, dem Schauspieler Hardy Krüger oder dem Journalisten Klaus Bednarz – sind auch mit aufgenommen.
erstellt am: 22.05.2008
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