Letzte Aktualisierung: 18.07.2012

 



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Die Stadt im Westen

Russland für Einsteiger - Ein Ratgeber für Geschäftsleute
von Butkow, Sergej und Henze, Gaby (Russland und Deutschland)

Genre:

Sachbuch Reise

Stichwörter:

Russland, Reise, Informationen

Verlag:

localglobal

ISBN:

978-3-9810156-7-6

Format:

kartoniert, 104 S.

Erscheinungsjahr:

2007

Preis:

€ (D) 12,90



Buchbesprechung

„Fremde Länder, andre Sitten“ lautet ein bekannter Spruch. Zwar banal, aber man kann ganz schön auf die Nase fallen, wenn man ihn nicht beherzt. Und genau das kann in Russland schnell geschehen, denn auf den ersten Blick erkennt man keinen großen Unterschied zu „zuhause“. Dass Russland eine eigene Kultur – und damit auch eigene Sitten und Gebräuche – hat, erfährt man erst langsam (und manchmal dann schmerzlich). Die unbeschreiblich große Gastfreundschaft der Russen entschuldigt jedoch Gottseidank viele Entgleisungen im privaten Bereich.
Anders ist es jedoch bei Geschäftstreffen und –verhandlungen; Hier erwarten die Russen, dass der ausländische Partner, indem er den Gepflogenheiten seinen Respekt zollt, sie als ebenbürtige Partner anerkennt.
Nebenbei, für den, der die Regeln bei einem Geschäftsessen (-trinken) nicht kennt, kann das Meeting im doppelten Sinn des Wortes übelste Folgen haben – wie es mir als russischem Anfänger einstens coram publico erging (und die Schadenfreude auf der postsowjetischen Seite war mit den Händen zu greifen).

Tunlichst sollte also jeder, der – ob privat oder geschäftlich – zum ersten Mal nach Russland reist, sich zuvor in dieses Büchlein vertiefen.


Inhalt:
»Russland für Einsteiger« gibt Antworten auf viele alltägliche Fragen, die immer wieder von deutschen Geschäftsleuten gestellt werden: Wie reist man am besten in Russland, wo wohnt man in Moskau, wie können Russen und Deutsche zusammenarbeiten, wie kauft man ein auf Russisch, welche Ess- und Trinkgewohnheiten haben die Russen, wie und wann feiert man in Russland, warum lacht der Russe, wie steht es mit den zwischenmenschlichen Beziehungen auf Russisch, was ist, wenn man krank wird in Russland?
Direkt und ungeschminkt – von einer Deutschen mit langjähriger Lebens- und Arbeitserfahrung in Russland und von einem Russen, der die Deutschen gut versteht und mit ihnen seit Jahren Geschäfte macht.

Vorwort: Dr. Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses
der Deutschen Wirtschaft
Einleitung
Russische und deutsche Sichtweisen
Der Russe – ein besonderer Mensch / Der Russe – wie er sich selbst sieht / Der Russe – wie er von den Deutschen gesehen wird / Der Russe – wie er den Deutschen sieht
Vor und bei der Einreise
Visumpflicht / Zolldeklaration / Migrationskarte und Registrierung / Hotelreservierung
Ankunft und Transport
Anflug und Flughafen / S-Bahn / Metro / Persönlicher Fahrer / Taxifahren / Routen-Taxi / Fliegen im Land / Bahnreisen
Wohnen und Schlafen
Immobilienagenturen und Privatvermietung / Wo wohnt man in Moskau am besten
Einkaufen und Geld
Einkaufsglück / Lebensmittel / Blumen, Schnäppchen und Souvenirs / Bezahlen
Arbeit und Geschäfte
Sprache und Anrede / Autorität und Kollektivismus / Loyalität und Karriere / Zeitverständnis / Verhandlungs- und Arbeitsstil und Geschäftsetikette / Unternehmen sowjetischer Art / Realitätsnahes Business / Joint Venture und russische Firmen mit deutschem Kapital / Das Büro in Russland
Moskau und die Regionen
Moskau als Vertriebs- und Repräsentanzsitz / Russische Regionen als Produktionsstätten
Essen und Trinken
Wodka und andere Getränke / Vorspeisen und vieles mehr / Festessen / Restaurants
Feiern und Benehmen
Geschäftsessen / Trinksprüche / Persönliche Einladung / Vergnügen in vollen Zügen / Wichtige Feiertage / Humor / Aberglaube
Frauen und Männer
Gesundheit und Erholung
Gesundheitssystem / Ärzte, Heilpraktiker und Wunderheiler / Alkohol, Rauchen und harte Drogen / Banja / Datscha
Zu guter Letzt: Bloß nicht!
Bibliografische Daten


Die Autoren:
Sergej Butkow
arbeitete zehn Jahre als Journalist in Berlin. Seit der Perestroika beschäftigt er sich mit deutschen Themen in der russischen Presse. Er arbeitete auch als Reporter für die Bild-Zeitung. Er diente sogar als „Gastsoldat" in der Bundeswehr und schloss mit Sexshop-Millionärin Beate Uhse eine besondere Freundschaft. Deutsch lernte er an der Universität in Moskau. Später studierte er die deutschen Medien. Zu seinem Abschluss-Semester kam er an die Universität Leipzig. Heute ist er im Verlags- und Werbegeschäft tätig und pendelt zwischen Deutschland und Russland. Seine russischen Freunde gaben ihm den Spitznamen „Herr Butkow". Manchmal ist er deutscher als die Deutschen.
Dr. Gaby Henze arbeitete zehn Jahre als Journalistin in Moskau. Russland ist ihr seit über 20 Jahren vertraut. Ihren ersten Job hatte sie beim russischen Auslandsrundfunk. Für das deutsche Fernsehen interviewte sie nicht nur Gorbatschow, sondern war mit ihren Reportagen immer mitten unter den Russen. Im russischen Fernsehen moderierte sie eine Sendung über Deutschland. Dr. Gaby Henze lernte Russisch in der Schule in Hannover, studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte in Göttingen und verteidigte schließlich ihre Dissertation an der Journalistik-Fakultät der Moskauer Universität. Nun lebt sie als freie Autorin und PR-Managerin in London. Die russische Seele lässt sie nicht in Ruhe.


Leseprobe:
Feiern und Benehmen: Persönliche Einladung

Vielleicht nicht beim ersten Mal, aber sicherlich beim zweiten Mal werden Sie von Ihrem russischen Partner nach Hause eingeladen. Er möchte Ihnen zeigen, wie er mit seiner Familie lebt und was er Ihnen alles anbieten kann. Auch wenn es nicht ausdrücklich gesagt war, ist es doch selbstverständlich, dass Sie ein üppiges Essen bekommen. Essen Sie also auf keinen Fall etwas vorher.
Mindestens Blumen sollten Sie als Geschenk für die Gastgeberin mitbringen. Als Deutscher macht es sich besser, dem Hausherren nicht ein russisches alkoholisches Getränk zu schenken, sondern lieber einen französischen Cognac, einen schottischen Whisky oder ein hochwertiges deutsches Souvenir.
Beim Betreten einer russischen Privatwohnung zieht man meistens die Schuhe aus. Auf den Straßen ist es sehr dreckig und staubig. Im Winter hat man Stiefel an und würde so nur Schnee mit nach drinnen bringen. Ein russischer Haushalt hat immer ein paar Pantoffel-Paare über.
Möchten Sie diese nicht anziehen, bringen Sie sich Ihre eigenen mit oder leichte Schuhe zum Wechseln. Sie können auch in Strümpfen bleiben. Vergewissern Sie sich aber vorher, dass sie keine Löcher haben!
Es gibt nichts Schlimmeres für den russischen Gastgeber, als dass er mit ansehen muss, wie der Gast alles aufisst, was ihm angeboten wurde. Viel besser ist es dagegen, wenn mindestens die Hälfte auf dem Tisch bleibt – zeigt dies doch, dass der Gast einfach nicht mehr essen konnte.
Für Sie als Gast heißt das aber, dass Sie von allem ein bisschen probieren sollten. Sie brauchen es ja nicht alles aufzuessen. Es macht sogar einen guten Eindruck, wenn Sie ehrlich sagen müssen, dass Sie nichts mehr essen können. Loben Sie auf jeden Fall die Gastgeberin mit einem kleinen Trinkspruch für das köstlich zubereitete Essen.


erstellt am: 23.03.08

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